Bericht von jonathan Grosjean

Als Lehrer in Haiti

Aus Newsletter "Glaube in Aktion", Nov. 2008

"Die Haitianer sind sehr gläubig und dies hilft ihnen, zu überleben."



Zwei Geburtskliniken, eine ZahnklinikZwei Geburtskliniken, eine Zahnklinik

Jonathan Grosjean, Sohn von Heilsarmeeoffizieren, wurde am 26. November 1985 in Metz, Frankreich, geboren. Seit einigen Jahren wohnt er zusammen mit der Familie in Lille. Dort beendete Jonathan mit Erfolg ein Studium in Binnenschifffahrt und eine Ausbildung in Transportwirtschaft. Im August 2007 begab er sich für ein Jahr nach Haiti, um dort in einer Primarschule der Heilsarmee in Fonds-des-Nègres Französisch zu unterrichten. Er lässt uns an seinen Eindrücken teilhaben:

 

„Nach dem Abschluss meines Studiums interessierte ich mich für das Thema humanitäre Hilfe. Dies entwickelte sich zu einer wahren Leidenschaft. Deshalb brach ich, unter der Organisation der Heilsarmee Schweiz, mit viel Freude nach Haiti auf. Ich arbeitete in Fonds-des-Nègres als Französischlehrer für Schüler der ersten bis sechsten Klasse, mit jeweils ca. 60 Schülern pro Klasse. Die Heilsarmeeschule ist eine der günstigsten, jedoch von der Unterrichtsqualität her eine der besten. Am Nachmittag half ich jeweils 37 Schülern bei den Hausaufgaben und anschliessend bereitete ich die Lektionen für den nächsten Tag vor.

 

Fond-des-Nègres ist eine kleine Ortschaft auf dem Land. Die Hauptbeschäftigung der Menschen ist die Landwirtschaft, deren Produkte auf dem Markt verkauft werden. Die Industrie und fast alle Universitäten befinden sich in der Hauptstadt Port-au-Prince. Bereits zu Beginn meines Aufenthalts in Haiti war das Leben für die Leute schwierig. In wenigen Monaten verdoppelten sich dann die Lebensmittelpreise. Das Unverständnis der Regierung schürte Wut und Spannungen.

 

In der Schule klagten mehrere Kinder über Hunger und mit dem Verstreichen der Monate verstärkte sich dieses Problem noch. Trotz der Versprechen der Regierung ist die erhoffte Besserung nicht eingetreten. Die Haitianer sind sehr gläubig und dies hilft ihnen, zu überleben.

 

An den Sonntagen sind während den Gottesdiensten die Räumlichkeiten der Heilsarmee immer voll besetzt. Während der Woche finden verschiedene Aktivitäten wie Bibelstunden, Frauengruppen, Gebetsstunden und Jugendgruppen statt. Das Musikkorps der Heilsarmee Fonds-des-Nègres ist eines der besten des Landes. Es ermöglicht auch Kindern, ein Musikinstrument zu erlernen und Fortschritte zu machen.

 

Der Aufenthalt in Haiti hat meine Sicht, Dinge zu betrachten, verändert. Dort plant man nicht für die Zukunft; man lebt von einem Tag zum nächsten. Im Gegensatz zu den Menschen hier in Europa sehen die Haitianer die Dinge nicht so eng und sind zufrieden mit dem, was sie haben, ohne sich darüber allzu grosse Gedanken zu machen, was sie noch haben könnten. Das Wichtigste ist Nahrung, ein Dach über dem Kopf und eine Schule für die Kinder.

 

Ich hoffe, eines Tages wieder in humanitärer Mission nach Haiti zurückkehren zu können. Niemals werde ich die Menschen vergessen, die ich dort kennen gelernt habe und ich hoffe, sie eines Tages wieder zu sehen.“


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