Interview mit Christoph Lässig

Eindrücke und Erlebnisse seines Auslandeinsatzes

Aus Newsletter "Glaube in Aktion", Nov. 2008

"Mir wurde von Neuem klar, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht eine Frage des Geldes ist!"



Zwei Geburtskliniken, eine ZahnklinikZwei Geburtskliniken, eine Zahnklinik

Christoph Lässig ist 21 Jahre alt und Mitglied der Heilsarmee. Aufgewachsen ist er im Kanton Zürich. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Lehre als Informatiker und einer Anstellung in der Informatikabteilung der Heilsarmee in Bern lebt er nun in Sierre, wo er in einem Altersheim ein halbes Jahr Zivildienst leistet. Vom 30. März bis 30. April 2008 war Christoph Lässig in Simbabwe und hat im Masiye Camp der Heilsarmee mitgearbeitet.Im folgenden Interview erzählt er von seinen Erlebnissen und Eindrücken.

 

1. Christoph, was hat dich motiviert, dich auf dieses Abenteuer einzulassen?

Meine Mutter und einige Bekannte waren im letzten Jahr mit der Heilsarmee in Simbabwe und haben von ihren Eindrücken geschwärmt. Ihre verschiedenen Bilder und Berichte über Simbabwe hatten mich „gluschtig“ gemacht.

 

2. Erzähle uns von den Kindern, welche im Masiye Camp aufgenommen werden. Wer sind sie? Von wo kommen sie?

Die meisten Kinder im Masiye-Camp kommen aus Bulawayo, der zweitgrössten Stadt in Simbabwe und deren Umgebung. Sie kommen alle aus verschiedenen Verhältnissen, jedoch alle haben Schwierigkeiten und Probleme, meist verursacht durch HIV/Aids und deren Folgen.

 

3. Wie sieht das Leben eines von Aids betroffenen Kindes aus?

 Den Kindern, die ich kennengelernt habe, wurde das HI-Virus von den Eltern übertragen. Sie haben jedoch lange gelebt, ohne von ihrer Krankheit zu wissen. Irgendwann haben sie dann einen Test gemacht mit dem Ergebnis „positiv“. Ein solches Ergebnis bedeutet das Ende des bisherigen Lebens: Sie müssen sich damit abfinden und ihr Umfeld ändert sich. Sie versuchen, so zu leben wie die anderen Kinder. Doch von alten Freunden werden sie verlassen und in der Schule werden sie von den Kameraden ausgeschlossen.

 

4. Beschreibe uns den Tagesablauf im Masiye Camp! Während eines Camps sind die Kinder die meiste Zeit in Zehner-Gruppen zusammen. Der Tag wird nach dem Frühstück mit einer Zeit gestartet, in der in den Kleingruppen über und mit Gott gesprochen wird.

Dann werden Gruppenaktivitäten durchgeführt, die den Teamgeist und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden stärken.Zum Beispiel: Zip-Line, Kanu fahren, Abseilen, sich in die Arme der anderen fallen lassen, gemeinsam einen Auftrag ausführen. Als Gegenpol zu den Aktivitäten gibt es verschiedene „Theorieblöcke“ wie AIDS-Aufklärung, Informationen über Menschenrechte, Tree of Life (Lebensbaum: die Kinder müssen ihren Lebensbaum aufzeichnen: Von wo komme ich, wer sind meine Vorbilder, was hat mich geprägt …).Am Abend wird dann gefeiert. Es wird viel gesungen, getanzt und gelacht. Der Tag wird mit einer Andacht abgeschlossen.

 

5. Was waren deine Aufgaben im Camp?

Während des Camps hatte ich die Möglichkeit, als Leiter in einer Gruppe mitzuhelfen. Ich war den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs und wurde auch am Abend bei der Leitersitzung ins Team integriert.

 

6. Kannst du uns eine lustige Begebenheit erzählen, die du im Camp erlebt hast?

Am Anfang hatten die Kinder Angst vor mir, während des Camps wurden sie dann aber neugierig. Sie kamen zu mir und fingen an, meine (weisse) Hand zu untersuchen.

 

7. Wie hast du sonst das Leben und die Leute in Simbabwe erlebt?

Die Menschen, die ich kennen gelernt habe, waren alle dankbare, friedliche Leute, obwohl sie fast nichts besitzen. Sie waren mir als Fremden gegenüber sehr gastfreundlich. Beeindruckt hat mich auch die Freude und Zufriedenheit der Salutisten, obwohl sie nur ganz wenig zu essen haben und ihr Alltag sehr mühsam ist. Während der Gottesdienste wird viel gesungen und getanzt.

 

8. Hat dieser Aufenthalt deine Auffassung vom Leben verändert?

Ja, mir wurde von Neuem klar, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht eine Frage des Geldes ist. Es war für mich auch interessant zu erleben, wie problemlos ich als Weisser akzeptiert und integriert wurde.


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