Mathias Rudolf

 

Als Jüngster von vier Heilsarmee-offizierskindern bin ich in der Heilsarmee gross geworden und gehöre seit 22 Jahren zum Heilsarmee Korps in Thun. Ich engagiere mich in verschiedenen Bereichen und Aktivitäten in meinem Korps und seit ein paar Monaten gehöre ich dem engeren Freundeskreis an. Seit zwei Jahren wohne ich in Ostermundigen, wo ich schon seit mehr als fünf Jahren als Software-Entwickler tätig bin. Wenn alles gut läuft, werde ich in eineinhalb Jahren mein berufsbegleitendes Bachelorstudium in Informatik abschliessen.

 

 

 

Aufgrund meiner beruflichen Neuorientierung ergaben sich einige arbeitsfreie Monate. Diese Zeit wollte ich sinnvoll nutzen und fragte aufgrund dessen verschiedene Organisationen für einen Einsatz im Ausland an.

 

Die vielen verschiedenen Kulturen und deren Menschen interessieren mich sehr. Durch meine jüngere, behinderte Schwester erfuhr ich, wie wichtig soziales Engagement ist. Ich habe schon von klein auf meinen Eltern bei der Pflege und Betreuung meiner Schwester unterstützt. Auf meinem beruflichen Weg will ich auch gerne sozial aktiv sein und mich engagieren. Deshalb war es für mich eine große Chance für die Heilsarmee einen freiwilligen Einsatz in Ecuador zu leisten.

 

Mein berührendster Moment war als ich eine behinderte Frau kennenlernte, die bei der Organisation in der Küche mithalf. Die Frau hatte kein Zuhause und auch kein Geld um ihre zwei Kinder zu versorgen. Sie wurde misshandelt und war hilflos. Dank der Heilsarmee hat sie nun ein Dach über dem Kopf und kann ihre Kinder ernähren.

Die vielen Familienprobleme berührten mich ebenfalls. Durch den Konsum von Alkohol und Drogen werden viele Männer aggressiv und schlagen ihre Frauen und Kinder. Deshalb sind viele Frauen alleinerziehend.

Bewegt haben mich auch die vielen älteren Menschen, die auf der Straße leben müssen. Die Einheimischen erklärten dass es keine Altersvorsorge gibt und deshalb arme Familien ihre Eltern vor die Türe stellen wenn sie sich nicht mehr um sie sorgen können. Schlimm war auch die hohe Kriminalität in der Stadt. Unterwegs muss man immer wachsam sein, weil viele Raubüberfälle passieren. Die Polizei ist auch nicht vertrauenswürdig weil sie korrupt ist und eher gegen als für das Volk ist. Ich bin mir aus der Schweiz eine ganz andere Sicherheit gewohnt. In Guayaquil war es für mich nicht möglich alleine in die Stadt zu gehen. Eine gewisse Angst und Verunsicherung war immer mit dabei, auch wenn ich mit einer Begleitperson unterwegs war.

 

Ich kann nicht beurteilen ob ich etwas verändern konnte. Ich war nur 6 Wochen dort und es war für mich schwierig zu sagen ob sie jetzt meine Ideen, die ich eingebracht habe, weiter verfolgen. Jedoch habe ich viel Zeit mit den Menschen dort verbracht. Sie haben viel aus ihrem Leben erzählt und ich von mir. Ich denke sie, wie auch ich, konnte aus diesen Gesprächen viel mitnehmen und daraus lernen.

 

Ich empfehle es jedem weiter, der Interesse hat einen Einsatz zu leisten. Mein Tipp ist es sich keine große Vorstellungen zu machen, wie der Einsatz sein wird, sondern einfach mal geht. Jeder Einsatz wird anders verlaufen. Es ist sicher von Vorteil, sich vorher mit Leuten auszutauschen, die schon mal einen Einsatz geleistet haben. Jedoch muss man selber erleben wie der Einsatz sein wird. Es kommt auch auf die Eigene Einstellung an. Ich würde auf jeden Fall wieder ein Einsatz leisten.

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