Bericht von Christine Volet

In Haiti lernen wir Durchhaltevermögen und Geduld

Majorin Christine Volet zog diesen Sommer zusammen mit ihrem Mann Jean und Matthieu, einem ihrer Söhne, von der Schweiz nach Haiti. Christine ist Teil des Heilsarmeeteams rund um den Wiederaufbau und begleitet dort vor allem die Projekte im Bereich Jugend. Sie lässt uns an ihren ersten Impressionen nach der Ankunft in Port-au-Prince teilhaben:

 

„Vom Flugzeug aus den Ozean überblickend, entdecken wir die Küsten Haitis; die Grenzen sind gut sichtbar. Das Land ist recht grün, obwohl der Wald beinahe vollständig abgeholzt ist. Port-au-Prince ist riesig. „The Land of blue flowers – das Land der blauen Blumen“, sagt mir meine Nachbarin. Mit den blauen Blumen sind die Zelte gemeint, die temporären Unterkünfte, welche als Notlager für die Obdachlosen dienen. Diese Notlager grenzen sich vom Rest der Stadt ab, eines davon liegt gleich neben dem Flughafen.

 

Als wir das Flugzeug verlassen, packt uns eine feuchte, fast tropische Hitze. Der Flughafen beschränkt sich auf ein einfaches Betongebäude mit Blechdach. Wir haben das Gefühl, 50 Jahre zurückversetzt worden zu sein. Wir bezahlen für unsere Gepäckwagen zwei haitianische Dollar das sind achtmal weniger als zwei USD. Nach einer langen Wartezeit verlassen wir den Flughafen mit unserem Gepäck, welches von vier Helfern gestossen wird, die wir bezahlen müssen! Während wir zu unserem Haus chauffiert werden, zeigt uns Daniel Mägli die Delmasstrasse, die Hauptschlagader von Portau- Prince.

 

Entlang der Strasse betteln Kinder um Nahrung. Es ist schwer, das Herz nicht zu beklommen werden zu lassen. Wir erblicken auch die vielen Händler, welche die Trottoirs und den Mittelstreifen der Strasse säumen. Wir versuchen, all die praktischen Details aufzunehmen, auf die uns Daniel im Hinblick auf unser Einleben hinweist.

 

Uns fallen die verschiedenfarbigen Häuser der Stadt auf. Gewisse davon sind während des Erdbebens zusammengesackt; die Trümmer der Stockwerke türmen sich aufeinander. Während wir die Szenerie in uns aufnehmen, erfahren wir erst die Ausmasse des Dramas vom 12. Januar. In unseren ersten Kontakten mit den Menschen, die das Erdbeben überlebt haben, erfahren wir tragische Schicksale, aber auch Zeugnisse der Vorsehung und Bewahrung durch Gott.

 

In den darauffolgenden Tagen beobachten wir unzählige Arbeiter, die mit blossen Händen den Schutt der Häuser, welche neu gebaut werden müssen, abtragen und wegräumen. Berge von Schutt bedecken den Asphalt. Immer am Morgen sind sie aber verschwunden.

 

Im Angesicht dieser Schwerstarbeit ändert sich unsere westliche Sichtweise. Ja, die Arbeit geht nur langsam voran, aber sie wird gemacht. In Haiti lernen wir Durchhaltevermögen und Geduld.“

 

Christine Volet

Aus Newsletter "Glaube in Aktion", Nov 2010


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